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Blogschinken

Ein weiteres überflüssiges WordPress-Blog

Soeben berichtet netzpolitk.org, dass der Innenausschuss des Europaparlamentes sich mehrheitlich gegen das geplante SWIFT Abkommen zur Bankdatenweitergabe ausgesprochen hat. Damit empfiehlt der federführende Ausschuss dem Parlament die Ablehnung des Abkommens in der finalen Abstimmung am Donnerstag in einer Woche.

Nun gilt es die Abgeordneten zu überzeugen sich ebenfalls gegen dieses Abkommen auszusprechen. Ich habe eine Mustermail aufgesetzt, welche den Abgeordneten die Bedeutung dieser Abstimmung klar machen soll:

Sehr geehrte [Herr/Frau Abgeordnete/r],

Wie Ihnen mit Sicherheit bekannt ist wird dem europäischen Parlament amkommenden Donnerstag das sogenannte SWIFT-Abkommen zur Abstimmung vorgelegt. Der Innenausschuss des Parlaments hat sich mehrheitlich für eine Ablehnung dieses Abkommens ausgesprochen.

Ich möchte Sie hiermit bitten nächsten Donnerstag Ihre Funktion als Abgeordnete/r wahrzunehmen und die Daten der vielen unbescholtenen Bürger, die Sie voll Vertrauen in dieses Amt gewählt haben nicht der Willkür eines ausländischen Geheimdienstes preiszugeben, der sich noch dazu, im Falle des vereitelten Anschlages von Detroit, als absolut inkompetent erwiesen hat was den Umgang mit diesen Daten betrifft.

Noch dazu wurde beim Zustandekommen dieses Abkommens auf schmählichsteWeise am Parlament vorbeigearbeitet, was beweist, dass immer noch die selben autoritären Ideologien den Ministerrat beseelen.

Es ist daher geradezu die Pflicht des Parlaments, die, durch den Vertragvon Lissabon, neu erhaltenen demokratischen Rechte einzufordern und mit starker Stimme für die Interessen des europäischen Volkes einzustehen.

Mit freundlichen Grüßen

Name muss natürlich angepasst werden und das “Abgeordnete/r” im zweiten Absatz braucht das richtige Genus.

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Spiegel Online schreibt heute folgendes:

Schweinegrippe – was sonst? Mit dieser Frage könnte man die Ergebnisse aus deutschen Labors dieser Tage umschreiben. Denn außer dem H1N1-Virus grassiert hierzulande derzeit kein anderer Influenza-Erreger. “Wer Grippe hat, hat H1N1″, sagte Jörg Hacker, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), der “Nordwest-Zeitung”.

Und weiter unten heißt es zu ebendiesem Sachverhalt:

“Wir sind nach wie vor ziemlich besorgt über die Muster, die wir sehen”, sagte Keiji Fukuda, oberster Influenza-Experte der WHO.

Und es geht weiter mit Impfstoffknappheit, geschlossenen Schulen, Todesfällen…die übliche Panikmache.

Jetzt konnte man aber vor ein paar Tagen im Tagesspiegel lesen:

Dann aber berichtet der Teamleiter von einer überraschenden Beobachtung: In China und anderen Ländern, wo sich die neue Variante des Virustyps H1N1 ausbreite, „gehen die Befunde mit H3N2 gleichzeitig schnell nach unten“

Das ist also der gleiche Befund, Schweinegrippe verdrängt normale Grippe.

ABER es geht folgendermaßen weiter:

Die Kollegen merken auf. Heißt das, die neuen Viren, Verursacher der weltweit verbreiteten Schweinegrippe, verdrängen die bisherigen, saisonalen Grippeviren, weil sie im Körper ihrer Wirte um den gleichen Platz konkurrieren? Werden damit die „pathogeneren“ Viren ausgerottet, diejenigen also, die mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verursachen? „Das wäre ja eine gute Nachricht“, sagt einer der Virologen.

Könnte die Schweinegrippe am Ende mehr Leben retten, als sie bedroht?

Ich bin jetzt ernsthaft verwirrt… Ist das jetzt gut oder schlecht?

Es gibt da jetzt drei Möglichkeiten:

  1. Der Tagesspiegel lügt, verdreht Tatsachen und veröffentlicht gefälschte Zitate.
  2. Der Spiegel hat enorm schlecht recherchiert.
  3. Der Spiegel hält bewusst Informationen zurück.

Meines Erachtens spricht Einiges für die dritte Variante. Verschiedene seltsame Konstruktionen fallen schon beim Lesen auf. So werden die Experten des Roland-Koch-Instituts nur bei der Darstellung der Fakten zitiert, von Seiten der Redaktion wird keinerlei Bewertung der Information vorgenommen, sondern lediglich ein Zitat von Keiji Fukuda, dem Grippebeauftragten der WHO, angeführt in dem er sich besorgt zeigt über “die Muster, die wir sehen”. Welche Muster das sind bleibt im Dunkeln, der Leser bezieht das aber automatisch auf die vorherigen Ausführungen über das Verhältnis der Grippefälle.

Ich möchte dem Spiegel keinesfalls etwas unterstellen, aber bei der isolierten Betrachtung der beiden Artikel und angesichts der weit höheren Gefahr durch die gewöhnliche Grippe des H3N2 Stammes kann man schon stutzig werden über die Interpretation des Spiegels…

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Memo an mich selbst.

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Gerade bin ich über einen Artikel gestolpert, in dem über ein Krematorium in Taiwan berichtet wird, welches die hauseigene Klimaanlage mit Strom betreibt, der aus der Abwärme des Verbrennungsofens gewonnen wird.Aber  im Stadtrat von Taipeh findet man das nicht so toll.

Das ist doch eklig, dass Trauernde von einer Klimaanlage Kühlung bekommen, die von den Überresten ihrer Angehörigen betrieben wird.

Wisst ihr was ich eklig finde? Dass wir Lebensmittel in Biogasanlagen schaufeln, dass wir Regenwälder roden um auf der Fläche dann gigantische Monokulturen anzubauen, nur um “Bio”-Kraftstoffe zu gewinnen. Gleichzeitig steigt der Preis für Getreide in astronomische Höhen, weil wir auch vor Anbauflächen nicht Halt machen, auf der die Bevölkerung ihr Essen anbaut, weil der Lehnsherr mal wieder Dollarzeichen in den Augen hatte.

Eigentlich sollten wir südafrikanische Kinder vor unsere Geländewagen spannen, und wenn sie vor Hunger und Erschöpfung zusammenbrechen werfen wir ihre ausgemergelten Leichen in unsere Biogasanlagen, damit wir abends warmes Badewasser haben.

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Zur Zeit schießen die Sicherheitsgesetze wie Pilze aus dem Boden, immer neue Vorstöße der Mächtigen wollen uns vor jedem möglichen Unheil bewahren; unsere Kinder sind im Internet so sicher wie nie zuvor. Leider wird mit Gesetzen wie dem Patriot Act oder der BKA-Novelle immer auch in elementare Grundrechte eingegriffen. Einen Staat in dem die grundsätzlichen Menschenrechte außer Kraft sind beschreibt auch Eric Arthur Blair, besser bekannt unter seinem Pseudonym “George Orwell”, in seiner 1949 erschienenen Dystopie 1984.

Wir haben mit ihm über Parallelen zwischen Fiktion und Wirklichkeit gesprochen.


Blogschinken.de: Mr. Blair, vielen Dank, dass Sie sich zu diesem Gespräch bereiterklärt haben. Sie haben sich ja in letzter Zeit eher aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten.

Eric Arthur Blair: Gerne. Man muss einem aufstrebenden Medium ja auch eine Chance geben.

Blogschinken.de: Sie beschreiben in ihrem Roman “1984″ eine totalitäre Gesellschaft in der jeder Mensch auf Schritt und Tritt von Kameras erfasst wird. Wie weit sind wir, Ihrer Meinung nach, von dieser Vision entfernt?

Blair: Nun, in meinem Buch wird nicht jeder Mensch überwacht. Die Maßnahmen beziehen sich größtenteils auf den Teil der Gesellschaft, den ich die “äußere Partei” genannt habe. Das ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass eine flächendeckende Überwachung, über die Beschriebene hinaus, jede Vorstellungskraft sprengte. Heute haben wir die technischen Voraussetzungen, das, zumindest in einigen Bereichen, wie dem Internet, zu verwirklichen. Von der Situation im Buch sind wir glücklicherweise noch ein gutes Stück entfernt, wobei ich gewisse Parallelen nicht leugnen möchte.

Blogschinken.de: Welche wären das?

Blair: Sehen Sie, gerade in Großbritannien aber auch hier in Deutschland können Sie in großen Städten keinen Schritt mehr tun, ohne dabei von einer Videokamera erfasst zu werden. Dabei ist es gar nicht so entscheidend ob das Bildmaterial gespeichert wird, oder ob da jemand sitzt und zusieht. Entscheidend ist das Gefühl beobachtet zu werden. Das macht etwas mit Ihnen. Ob einem das nun bewusst ist oder nicht. Und im digitalen Bereich, der für viele Menschen schon zu einer Wirklichkeit geworden ist, in der sich ein großer Teil ihres Lebens abspielt, wird bereits alles daran gesetzt der Romanvorlage möglichst nah zu kommen. Denken Sie nur an die Vorratsdatenspeicherung.

Blogschinken.de: Winston Smith, der Protagonist, arbeitet im Wahrheitsministerium, in dem ständig die Zeitungsarchive der aktuellen Parteiwahrheit angepasst werden. In welcher Hinsicht könnte die dezentrale Struktur des WorldWideWeb diese Vision verhindern?

Blair: Das ist mit Sicherheit ein großer Vorteil, jedoch sehe ich mit Besorgnis die weltweiten Bemühungen um technische Möglichkeiten, zumindest den Zugang zu Information zu verhindern. Mit Sicherheit muss das Verbrechen auch in diesem Verbreitungskanal bekämpft werden, angesichts des hohen Guts der Informations- und Meinungsfreiheit darf aber die Entscheidung, was Recht ist und was nicht, auf keinen Fall einer Behörde oder einem Ministerium überlassen werden, sonst werden daraus ganz schnell kleine Wahrheitsministerien. Der US-amerikanische Vorstoß zur Netzneutralität ist daher sehr zu begrüßen, denn noch viel weniger als in den Händen der Regierung hat diese Kompetenz in der Hand von Unternehmen verloren.

Blogschinken.de: Angst und Hass sind starke Emotionen, derer sich die Partei im Buch bedient um das Volk gefügig zu machen. Gibt es hier Grund zu Bedenken, dass sich die Wirklichkeit der Fiktion annähert?

Blair: Das auf jeden Fall. Hier sehe ich die stärksten Tendenzen einer Annäherung. Angst ist, wie Sie richtig bemerkt haben, ein sehr gutes Mittel um Menschen dazu zu bringen etwas Bestimmtes zu tun oder nicht zu tun. Heute gibt es keine Weltmächte die sich feindlich gegenüberstehen, dafür gibt es die diffuse Bedrohung des internationalen Terrorismus. Statt Bomben, die immer wieder irgendwo einschlagen geistern die Bilder von den brennenden Zwillingstürmen durch die Medien. Und statt schwimmende Festungen zu bauen retten wir Banken und begründen damit die hohe Belastung für die Bürger. Und natürlich haben wir auch unsere Goldsteins in Gestalt von arabischen Terrorführern und Konzernmanagern. Noch schwärzen die Kinder ihre Eltern nicht an, aber das mulmige Gefühl, wenn ein paar arabisch aussehende Männer mit Ihnen den Flieger besteigen können Sie nicht leugnen. Und mit der Angst kommt auch der Hass.

Blogschinken.de: Aber noch schaut uns die Gedankenpolizei nicht durchs Schlafzimmerfenster.

Blair: Wenn Sie den falschen Umgang haben schon.

Blogschinken.de: Wie meinen Sie das?

Blair: Erst vorgestern sind in München zwei arabischstämmige Männer verhaftet worden, weil sie die falschen Leute kannten. Wenn das nicht dem Gedankenverbrechen schon sehr nahe kommt. [Anm. d. Red.: SpiegelOnline: Bayerische Polizei inhaftiert vorbeugend zwei Islamisten]

Blogschinken.de: Ein düsteres Bild, das Sie malen.

Blair: Leider. Ja.

Blogschinken.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Blair: Gerne.

Eric Arthur Blair, der als George Orwell weltweiten Ruhm erlangte, starb am 21. Januar 1950 in London. Dieses Interview ist frei erfunden, und dient einem Vergleich zwischen Roman und Wirklichkeit. Sollte sich jemand durch diesen Text in seinem Andenken an diesen großen Schriftsteller gestört fühlen, soll derjenige mich das wissen lassen, und wir werden gemeinsam eine Lösung finden.

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